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Archive for September 2011

Ausweichsitz

17 km lang, 12 Jahre Bauzeit, mehrere Milliarden DM Baukosten, rund um die Uhr betrieben und nur für einen Zweck: Die nukleare Apokalypse zu überstehen. 35 Jahre war er ein streng gehütetes Staatsgeheimnis, das den Verfassungsorganen des Bundes bei einem erneut bewaffneten Konflikt auf deutschem Boden Schutz bieten sollte. Etwa 3.000 Menschen hätten hier Platz gefunden und sollten die Bundesrepublik auch während des 3. Weltkriegs führen.

 Ende der 90er Jahre wurde der „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Verteidigungsfall“, oder auch nur kurz „Dienststelle Marienthal“ genannt, aufgegeben. Zum einen, weil man nach friedlicher Beendigung des kalten Krieges und der entschärften Situation zwischen Ost und West keine Notwendigkeit mehr sah, dieses Bauwerk vorzuhalten, zum anderen waren es die imensen jährlichen Kosten, die zur Aufrechterhaltung des Bunkers notwendig waren und ihm somit letztlich „das Genick brachen“.

 Nach erfolgloser Suche einer alternativen Weiternutzung blieb nur der Rückbau zur Beendigung dieses düsteren Kapitels eines stummen Zeitzeugens vom gegenseitigen Wettrüsten atomarer Supermächte. Ein kleiner Teil des Bunkers ist jedoch übrig geblieben und gibt als Museum „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ tiefe Einblicke in die Zeit als die Welt mehrfach kurz vor dem nuklearen Abgrund stand und ein dritter Weltkrieg all zu wahrscheinlich schien.

 Offen bleibt die Frage, ob, wenn es tatsächlich zum Ernstfall gekommen wäre, diese Anlage überhaupt funktioniert hätte. Konzipiert wurde sie in den 50er Jahren, basierend auf den Erkenntnissen damaliger Atombombentests und nicht zuletzt aus den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki. Im Jahr 1972, als der Bunker nach zwölfjähriger Bauzeit fertig gestellt war, verfügten Ost wie West nicht nur über deutlich mehr, sondern auch über wesentlich schlagkräftigere Atomwaffen als noch zu Beginn des Atomzeitalters.

 Selbst wenn das brüchige Schiefergestein des Ahrtals, das permanent Wasser in den Bunker eindringen lies, einem Atomschlag aus nächster Nähe hätte standhalten können, wie auch die massiven Stahlbetonwände des Bunkers und den darin federnd gelagerten Installationen, bleibt meines Erachtens die Frage wie es von menschlicher Seite ausgesehen hätte. Immerhin war im Bunker nur Platz für Bundespräsident, Bundestag, Bundesrat, die Bundesregierung samt einiger Vertreter aus allen Ressorts und Betriebspersonal des Bunkers. Jeder Mensch hat Familie und Freunde für die im Bunker jedoch kein Platz war. Ob vor dem Hintergrund eines nahenden Atomkriegs sich wirklich jeder Pflicht erfüllend in den Ausweichsitz begeben hätte, ist äußerst fragwürdig. Auch wenn, was wäre nach den 30 Tagen gekommen, die sich im Bunker völlig autark verbringen ließen?

Kategorien:Dunkle Zeiten

BUGA

Ja, alle die mir bisher von der Bundesgartenschau (BUGA) in Koblenz erzählten, haben Recht. Sie ist sehenswert. Auch wenn man wie ich, keinen grünen Daumen hat, ist sie ein Besuch wert und lockt mit vielen interessanten Perspektiven.

Kategorien:Abstrakt

Aus besseren Tagen II

Herrlich, diese verfallenen Gebäude. Auch wenn die Natur bereits zum Fenster hinein kommt. Immerhin Telefon gibt es noch, welches um 8 läutet. Ein geradezu postapokalyptisch anmutendes „Kunstprojekt“ was sich mir hier bot.

Kategorien:Dunkle Zeiten

Kopfsache

Kategorien:Abstrakt

316ti

Kategorien:Technik