Archiv

Archive for the ‘Dunkle Zeiten’ Category

Trübes neues

Viel zu sehen war von 2013 bisher ja nicht. Aber das Jahr hat auch gerade erst begonnen und im Januar ist es hier ja meistens trüb.

Dorotheenbar-Fotografie-16

Dorotheenbar-Fotografie-3-2

Dorotheenbar-Fotografie-4-2

Dorotheenbar-Fotografie-2-3

Advertisements
Kategorien:Dunkle Zeiten

Ausweichsitz

17 km lang, 12 Jahre Bauzeit, mehrere Milliarden DM Baukosten, rund um die Uhr betrieben und nur für einen Zweck: Die nukleare Apokalypse zu überstehen. 35 Jahre war er ein streng gehütetes Staatsgeheimnis, das den Verfassungsorganen des Bundes bei einem erneut bewaffneten Konflikt auf deutschem Boden Schutz bieten sollte. Etwa 3.000 Menschen hätten hier Platz gefunden und sollten die Bundesrepublik auch während des 3. Weltkriegs führen.

 Ende der 90er Jahre wurde der „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Verteidigungsfall“, oder auch nur kurz „Dienststelle Marienthal“ genannt, aufgegeben. Zum einen, weil man nach friedlicher Beendigung des kalten Krieges und der entschärften Situation zwischen Ost und West keine Notwendigkeit mehr sah, dieses Bauwerk vorzuhalten, zum anderen waren es die imensen jährlichen Kosten, die zur Aufrechterhaltung des Bunkers notwendig waren und ihm somit letztlich „das Genick brachen“.

 Nach erfolgloser Suche einer alternativen Weiternutzung blieb nur der Rückbau zur Beendigung dieses düsteren Kapitels eines stummen Zeitzeugens vom gegenseitigen Wettrüsten atomarer Supermächte. Ein kleiner Teil des Bunkers ist jedoch übrig geblieben und gibt als Museum „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ tiefe Einblicke in die Zeit als die Welt mehrfach kurz vor dem nuklearen Abgrund stand und ein dritter Weltkrieg all zu wahrscheinlich schien.

 Offen bleibt die Frage, ob, wenn es tatsächlich zum Ernstfall gekommen wäre, diese Anlage überhaupt funktioniert hätte. Konzipiert wurde sie in den 50er Jahren, basierend auf den Erkenntnissen damaliger Atombombentests und nicht zuletzt aus den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki. Im Jahr 1972, als der Bunker nach zwölfjähriger Bauzeit fertig gestellt war, verfügten Ost wie West nicht nur über deutlich mehr, sondern auch über wesentlich schlagkräftigere Atomwaffen als noch zu Beginn des Atomzeitalters.

 Selbst wenn das brüchige Schiefergestein des Ahrtals, das permanent Wasser in den Bunker eindringen lies, einem Atomschlag aus nächster Nähe hätte standhalten können, wie auch die massiven Stahlbetonwände des Bunkers und den darin federnd gelagerten Installationen, bleibt meines Erachtens die Frage wie es von menschlicher Seite ausgesehen hätte. Immerhin war im Bunker nur Platz für Bundespräsident, Bundestag, Bundesrat, die Bundesregierung samt einiger Vertreter aus allen Ressorts und Betriebspersonal des Bunkers. Jeder Mensch hat Familie und Freunde für die im Bunker jedoch kein Platz war. Ob vor dem Hintergrund eines nahenden Atomkriegs sich wirklich jeder Pflicht erfüllend in den Ausweichsitz begeben hätte, ist äußerst fragwürdig. Auch wenn, was wäre nach den 30 Tagen gekommen, die sich im Bunker völlig autark verbringen ließen?

Kategorien:Dunkle Zeiten

Aus besseren Tagen II

Herrlich, diese verfallenen Gebäude. Auch wenn die Natur bereits zum Fenster hinein kommt. Immerhin Telefon gibt es noch, welches um 8 läutet. Ein geradezu postapokalyptisch anmutendes „Kunstprojekt“ was sich mir hier bot.

Kategorien:Dunkle Zeiten

In God we trust

Gottvertrauen oder Vertrauen in die Politik? In wenigen Tagen droht den USA die Zahlungsunfähigkeit aber es scheint Hoffnung zu geben: http://www.sueddeutsche.de/politik/us-schuldenstreit-es-gibt-noch-hoffnung-1.1126442

Kategorien:Dunkle Zeiten

Brutalität in Bruchstein

Ich denke diese Beschreibung trifft für sie ganz gut zu. Sie, ist die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang und fällt neben ihren nüchternen, klaren Linien mit ihrem dunklen Äußeren auf. Sicherlich passt der Bruchstein besser in das Landschaftsbild der Nordeifel als ein grauer Betonklotz aber das finstere Erscheinungsbild, gepaart mit dem Größenwahn ihrer Erbauer, vermitteln in meinen Augen eine Form von architektonischer Brutalität, wie sie bei so ziemlich allen NS-Bauten zu erkennen war und oft auch heute noch ist.

Als eine von 3 Ordensburgen wurde Vogelsang in nur 2 Jahren als Kaderschmiede für künftige NSDAP-Führungskräfte errichtet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Vogelsang zunächst von der britischen Armee, wenige Jahre später durch die belgische Armee als Kaserne genutzt. Hierzu gehörte auch das daraufhin geräumte Dorf Wollseifen, welches fortan für das Training im Häuserkampf herhalten musste. Die Kaserne, Camp Vogelsang genannt, wurde wie der angrenzende Truppenübungsplatz zum 01.01.2006 aufgegeben. Seitdem wird für Vogelsang nach einer Nutzung gesucht, was sich angesichts der Dimension der Anlage und der bebauten Fläche als schwierig erweisen dürfte. Seit nun mehr als 5 Jahren ist die Anlage weitestgehend für die Öffentlichkeit zugänglich. Aus fotografischer Sicht ein interessantes Motiv, das nur leider durch unzählige Warn- und Hinweisschilder völlig verunstaltet ist.

Meine Bildauswahl war natürlich kein Zufall. Die Bilder sollen zwar das Finstere der Anlage darstellen, jedoch nicht den nationalsozialistischen Ursprung. Ich hoffe das ist mir mit den folgenden Bildern geglückt.

Kategorien:Dunkle Zeiten

Das tote Dorf

6. Februar 2011 3 Kommentare

Heute hat es mich mit Sascha, Dennis, Michael und Hagen zu einer Fototour in die Nordeifel verschlagen. Zunächst in die Wüstung Wollseifen. Ein Geisterdorf, dass durch seine unmittelbare Nähe zur ehem. NS-Ordensburg Vogelsang direkt nach Ende des Krieges von der britischen Armee geräumt und mit der umliegenden Landschaft zum Truppenübungsplatz umfunktioniert wurde. Nach vergleichsweise kurzer Nutzung, wurden Wollseifen wie auch Vogelsang an die belgische Armee übergeben, die das gesamte Areal als Camp Vogelsang bis Ende 2005 nutzten.

Von den originalen Gebäuden des Dorfs sind nur noch die Kirche St. Rochus, die alte Schule und ein Trafohäuschen vorhanden. Die übrigen Gebäude wurden nach ihrer „starken Beanspruchung“ abgerissen und durch neuere Übungsgebäude im Laufe der Jahrzehnte ersetzt. Zuletzt trainierten dort im Jahr 2001, Einheiten der belgischen Armee den Häuserkampf als Vorbereitung für ihren Einsatz im Kosovo. Seit dem 01.01.2006 ist Wollseifen, oder vielmehr das, was davon übrig ist, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Vor etwas mehr als einem Jahr führte mich bereits eine Fototour dorthin (die Bilder stehen in meinem Picasa-Album), weshalb ich mich heute auf deutlich weniger beschränkt habe. Aber seht selbst:

Kategorien:Dunkle Zeiten

Dunkle Zeiten

Hier zwei weitere Bilder die man m. E. gut in die Ecke „Endzeit / Postapokalypse“ packen kann. Zumindest steht die Gasmaske hierfür. Seit einiger Zeit überlege ich mit zwei Freunden, eine ganze Fotoreihe zu dem Thema Endzeit / Postapokalypse zu erarbeiten. Ein echter Kontrast zu all den knallbunten Bienchen-und-Blümchen-Heile-Welt-Bildern, die ich zwar auch im Repartoire habe, mich aber in keiner Stilrichtung festlege. So wird es in jedem Fall auch zwischendurch immer wieder bedrückende, dunkle Bilder geben, die im Idealfall Unbehagen beim Betrachter hervorrufen. Natürlich gefällt das längst nicht jedem aber über Kunst kann man ja vortrefflich streiten. Oder auch nicht. 🙂

Kategorien:Dunkle Zeiten